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Auf zu neuen Ufern – 14.09.2017

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Unser Aufenthalt in Fiji neigt sich dem Ende zu, unsere Visa laufen demnächst aus. Und so verlassen wir Muscet Cove und verlegen unseren Ankerplatz in den Nordwesten Viti Levus nach Lautoka. Wir fassen einen Abfahrtstermin ins Auge, machen aber die Rechnung ohne den Wirt.

Wie so oft, spielt das Wetter nicht mit. Zweifellos macht sich der Klimawandel auch hier bemerkbar. Die Zyclon Season zeigt sich dieses Jahr von der hartnäckigen Seite, eigentlich sollte sie Ende April vorbei sein. Nachdem bereits Hurricane Cook über Vanuatu, Neukaledonien und und die Coral Sea in Richtung Neuseeland gezogen ist, bereiten uns Hurricane Donna und Ella Kopfzerbrechen. Ein Notfallplan wird vorbereitet, Alarmstufe gelb und ein mulmiges Gefühl in der Magengrube.

Ein weiterer, guter Grund für uns, in Lautoka auszuklarieren, ist der unmittelbar einmündende Lautoka River, gesäumt mit Mangroven bietet er im Fall eines Hurricanes bestmöglichen Schutz. „Mangrov Party“ nennen abgebrühte Segler scherzhaft diese Schutzmaßnahme. Bei Hurricane Winston 2016, der viele Todesoper und massive Zerstörung auf Fiji hinterließ, wurde uns von 60 Knoten Wind über Deck und 150 Knoten an den Mastspitzen, welche über die Mangroven hinausragten, berichtet. Für einen Hurricane der Kategorie 5 klingt das doch fast schon beruhigend.

Wir haben Glück und der Kelch geht an uns vorüber. Man wird demütig und dankbar in solchen Situationen, Danksagung an den Schöpfer. Nach solch rauen Bedingungen ist die See erfahrungsgemäß über längere Zeit aufgewühlt, trotzdem nutzen wir das nächstmögliche Wetterfenster zur Überfahrt Richtung Neukaledonien, Kurs West-Süd-West.

Die 770 Meilen entwickeln sich zu einer großen Herausforderung. Bis 25 Knoten Wind, kabelige See und Schwell machen diese Etappe äußerst mühsam. Mit Sturmfock und stark gereffter Genua rauschen wir schnell, aber unbequem, Richtung Noumea.

Nachts sieht man gespenstisches Meeresleuchten in der Tiefe, hervorgerufen durch fluoresziernde Algen. Solcherlei Beobachtungen müssen es gewesen sein, als in früheren Zeiten Meeresungeheuer und Mythen geboren wurden. Rationales Denken erklärt vieles, aber trotzdem sehe ich mich ängstlich um, ob nicht auch noch der fliegende Holländer mit seinen zerrissenen Segeln lautlos an uns vorüber gleitet. Man kann ja nie wissen… Gänsehaut….nichts wie weg von hier!

Dankbar nehmen wir nach vier Tagen und 500 Meilen die Gelegenheit wahr, Anatom, die südlichste Insel Vanuatus anzulaufen, um Schutz gegen das immer heftiger werdende Wetter zu suchen. Mit gelber Flagge liegen wir hier ganze drei Tage sicher vor Anker und können uns so gut von den Strapazen erholen. Eine goldrichtige Entscheidung wie sich herausstellt, denn offshore geht es mittlerweile so richtig ab.

Nachdem sich die Lage etwas entschärft hat, brechen wir auf. Aber auch die letzten 270 Meilen haben es in sich. Nur 80 Meilen vor dem „Canal de la Havannah“, der südlichen Zufahrt Neukaledoniens, entfernt, dreht plötzlich der Wind und frischt auf. Wir bekommen ihn nun genau auf die Nase. Eine kurze, steile See macht ein Aufkreuzen unmöglich und so suchen wir im Lee der vorgelagerten Loyalitätsinsel Mare abermals Schutz. Vor einer Kanaken Siedlung, in der Baie du Nord, lassen wir unseren Anker im paradiesisch klaren, türkisen Wasser fallen.

Wieder vergehen zwei Tage, bevor an eine Überfahrt nach Noumea zu denken ist. Wir backen Brot, genießen das tolle Panorama und die Stille um uns. Natur pur. Schicken ein Gedenkschifferl auf die Reise. In den Nächten kühlt es merklich ab, zudecken ist angesagt, tiefer erholsamer Schlaf, eine wahre Wohltat nach der gnadenlosen Hitze der tropischen Zonen.

All der guten Dinge sind drei und so schaffen wir es letztendlich die Zufahrt nach Neukaledonien zu bewältigen. Der Canal de la Havannah, mit seinen starken Tidenströmen, zeigt sich von seiner freundlichen Seite und diese südliche Zufahrt Neukaledoniens überwältigt uns mit einer außergewöhnlichen Landschaft. Nadelbäume und Palmen, schneeweiße Sandstrände vor aufragenden Bergketten. Ein beeindruckendes Spiel von Farben und Licht. Nicht umsonst wird dieser Teil des Pazifiks die „Cote d‘Azur der Südsee“ genannt.

Als wir in das mit unzähligen Segelschiffen gespickte Hafenbecken von Noumea einlaufen, wird uns bewußt, dass wir nach 5 Jahren Leben und Erleben auf See, nun das andere Ende der Welt erreicht haben. Ein reges Treiben finden wir hier vor, Schiffe liegen vor Anker, an Bojen oder haben einen der begehrten Liegeplätze in den beiden Marinas ergattert. Viele Einheimische leben auf Schiffen um sich die horrenden Mietkosten an Land zu sparen. Dementsprechend schwierig gestaltet sich für uns die Suche nach einem geeigneten Ankerplatz.

Die Einklarierung verläuft, wie immer auf den französischen Inseln, einfach und unkompliziert, die Versorgung an Land, europäisch gut und empfindlich teuer. Neukaledonien, die Perle des Südpazifik.

Sauber und adrett präsentiert sich der Süden der Insel, aber wie auch in anderen Teilen dieser Welt, schwellen auch hier ethnische Konflikte. Bis vor kurzem gab es noch blutige Auseinandersetzungen zwischen den Ureinwohnern, den Kanaken und dem offensichtlich imperialen Kolonialismus. Es geht um den Profit, um Gewinne aus Förderung von Bodenschätzen, von Metallen und vor allem seltenen Erden. Ein sehr einträgliches Geschäft, aber wie so oft, bleiben ganze Völker übervorteilt auf der Strecke. Die Kehrseite vom Paradies.

Und wieder einmal sind es die Nachrichten aus der fernen Heimat, die uns Sorge bereiten. So schön und abenteuerlich die Erlebnisse auf unserem neuen Lebensabschnitt auch gewesen sein mögen, eine längere Anwesenheit zu Hause ist nicht mehr aufzuschieben, eine Segelpause ist notwendig. Unsere Bordkrabbe, Hr. Krabberich, hat nach seiner langen Reise von Panama über den Pazifik bis nach Papeete eine Familie in Tahiti gegründet, unser kleiner Moringa Baum aus Grenada ist jetzt alt genug und darf hier in Neukaledonien eine Baumschule besuchen. Und ALIEN, die treue Seele, die uns niemals im Stich gelassen hat, muss nicht im Mittelmeer vergammeln, sondern darf mit neuem Auftrag die endlosen Weiten des Südpazifiks durchpflügen. Herz, was willst du mehr…

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